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Veranstaltungen: Klaus R. zum Gedenken – 32 Jahre danach

Veranstaltungen vom 25. bis 31. Mai 2026 in Leipzig Lindenau

In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 1994 wurde Klaus R. in der von ihm genutzten Wohnung in der Lützner Straße im Leipziger Westen zu Tode geprügelt. Die vier Täter, die im gleichen Haus wohnten und zwischen 15 und 19 Jahren alt waren, hatten Klaus R. zuvor über mehrere Tage hin gequält und erniedrigt. Das nachfolgende Gerichtsverfahren am Leipziger Landgericht im Jahr 1995 führte zwar zu einer Verurteilung der jugendlichen Täter wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung – die Bedeutung der sozialdarwinistischen Motive bei dem verübten Mord wurde jedoch nicht berücksichtigt. Damit steht eine offizielle Anerkennung von Klaus R. als Todesopfer rechter Gewalt bis heute aus. Er wurde 43 Jahre alt.

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27.05. Gedenkkundgebung – Kein Vergessen: In Erinnerung an André K. und alle anderen Opfer rechter Gewalt.

Gedenkkundgebung am Mittwoch, 27.05.2026, Start: 17:00 Uhr, Südbahnhof Oschatz. Gerne können Blumen und Kerzen mitgebracht werden.

Das Oschatzer Bündnis für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz, das Soziokulturelle Zentrum E-Werk, die Evangelische Kirchengemeinde Oschatz und SUPPORT Sachsen
laden gemeinsam zu einer Gedenkkundgebung am Südbahnhof Oschatz ein.

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Kurzbericht vom Gedenken an Bernd G.

Wir spiegeln hier den Kurzbericht zum Gedenken an Bernd G. in Leipzig Wahren der Gruppe alea:

Am 8.5.2026 gedachten Antifaschist:innen der Ermordung Bernd Grigols vor dreißig Jahren. Er wurde von drei Neonazis auf brutalste Art umgebracht. Das Gedenken fand auf dem Pater-Aurelius-Platz in Leipzig–Wahren statt. Nach dem Verlesen eines Redebeitrages wurden in der nähreren Umgebung Plakate, die über die Tat informieren, angebracht. Anschließend wurden in der Gottlaßstraße, wo von Antifaschist:innen vor ein paar Jahren eine Gedenkplakette angebracht worden war, Blumen niedergelegt und die Plakette von einem Tag gereinigt.

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Kundgebung: Beugehaft und Hausdurchsuchungen – Antifa bleibt unbeugsam

Antifa-Ost-Komplex: Als „Zeuge“ vom Gericht vorgeladen, in Handschellen wieder rausKundgebungDiese Woche Mittwoch sollte ein Antifaschist im Antifa-Ost-Komplex in Dresden als „Zeuge“ gegen sieben Antifaschist*innen aussagen. Der Antifaschist, nennen wir ihn „Arthur“, wurde im Antifa Ost – Verfahren im Mai 2023 in Dresden zusammen mit drei weiteren Antifaschist*innen schuldig gesprochen, eine angebliche „kriminelle Vereinigung Antifa Ost“ unterstützt zu haben.
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Der letzten Reihe auf der Spur – 10 Jahre nach dem Neonaziüberfall in Connewitz

Als am 11. Januar 2016 Legida, der Pegida-Ableger, im Stadtzentrum seinen ersten Jahrestag feierte, unter anderem mit einem Auftritt von „Kategorie C“-Sänger Hannes Ostendorf, verübten Neonazis und rechte Schläger im Stadtteil Connewitz einen der größten Übergriffe der vergangenen Jahre in Leipzig. 250 bis 300 Neonazis aus der Region, Sachsen und teilweise anderen Bundesländern griffen im Leipziger Süden Menschen und Geschäfte an.

Neben Pyrotechnik mit erheblicher Sprengwirkung wurden bei der Verhaftung der Neonazis Messer, Totschläger, Holzlatten mit Nägeln, Äxte und Quarzhandschuhe gefunden. Es entstand ein Sachschaden von über 100.000 Euro und unzählige psychische Folgen für Menschen, die dort lebten, sich zu diesem Zeitpunkt in Kneipen und Läden auf der Wolfgang-Heinze-Straße aufhielten und zum Ziel des Neonazi-Angriffs wurden. 215 Neonazis wurden noch am Abend von der Polizei festgesetzt, ein nicht unbedeutender Teil entkam.

“Das Einzige, was ich bedauere ist, heute keine 9 mm dabei zu haben.”

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10 Jahre nach dem Neonazi-Angriff auf Connewitz

Am 11. Januar 2016 überfielen rund 250-300 Neonazis den Stadtteil Connewitz. Mit Eisenstangen, Holzlatten, Teleskopschlagstöcken, Pyrotechnik, CS-Gas, Pfefferspray und Äxten bewaffnet griffen sie vor allem auf der Wolfgang-Heinze-Straße Passant*innen und Geschäfte an. Es entstand ein Sachschaden von mindestens 113.000€. Der Angriff war koordiniert und vorbereitet und brachte Neonazis aus verschiedenen Kontexten zusammen. Die juristische Aufarbeitung des Angriffs verlief äußerst schleppend, eine wirkliche Aufklärung der organisierenden Neonazistrukturen hinter dem Angriff blieb aus.

Zehn Jahre nach dem Überfall wollen wir mit vielen verschiedenen Akteur*innen und Personen zurückschauen: Was ist passiert? In welchem Kontext fand der Neonazi-Angriff statt? Wer waren die Täter? Wie haben die Betroffenen in Connewitz den Angriff erlebt? Wie lief die juristische (Nicht-)Aufarbeitung? Welche Solidarität hat es danach gegeben?

Wir wollen gemeinsam zurückblicken und ins Gedächtnis rufen, dass es auch 2026 weiterhin wichtig ist sich mit dem Angriff  und den dahinter stehenden Neonazistrukturen zu beschäftigen. Daher wird es einen Tag nach der Veranstaltung im UT-Connewitz, den 12. Januar 2026, eine Demonstration aus Connewitz heraus geben, die sich auf Spurensuche begibt.

Wann: Sonntag, 11.01.2026 | 19:00 Uhr
Einlass: 18:45 Uhr
Wo: UT Connewitz | Wolfgang-Heinze-Straße 12 a, 04277 Leipzig

Ausschlussklausel: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien und/oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, verschwörungsideologische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Veranstaltende Gruppen: chronik.LE, Roter Stern Leipzig, Projekt- und Abgeordnetenbüro linXXnet, Rassismus toetet! Leipzig

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Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus

Vortrag am 24. September um 18:30 Uhr im Conne Island (Einlass 18 Uhr)

Wohnungs- und Obdachlose werden von der Gesellschaft ausgegrenzt und auf der Straße angegriffen. Die Täter*innen praktizieren dabei gegen obdachlose Menschen einen Sozialdarwinismus der Tat, der durch die sozialdarwinistischen Zustände in der Gesellschaft vorbereitet wird. Der Vortrag versucht diese Gewalt in ihrer unterschiedlichen Form zu analysieren und die Ursachen zu benennen. In Leipzig wird von mindestens fünf Tötungsdelikten mit sozialdarwinistischen Motiven seit 1990 ausgegangen.

Lucius Teidelbaum ist freier Journalist, Publizist und Rechercheur zum Thema extreme Rechte und anliegende Grauzonen. Von ihm erschien 2013 im Unrast-Verlag das Buch „Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus.“

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Stilles Gedenken an Kamal K.

Stilles Gedenken Kamal Kilade am 24.10.2025 um 18 Uhr am Gedenkstein in der C.W. Müller – Anlage am Leipziger Hauptbahnhof. Bringt gerne bitte Kerzen und Blumen mit.

Der 19-jährige Kamal K. wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 2010 im Park am Willy-Brandt-Platz von den Neonazis Marcus E. und Daniel K. durch mehrere Messerstiche ermordet.

Daniel K., der während der Tatnacht sowie bei seiner Verhaftung einen Pullover mit dem Schriftzug „Kick off Antifascism“ trug, hatte Kamal mit einem Pfefferspray die Möglichkeit zur Verteidigung genommen, als dieser einem Freund zu Hilfe kommen wollte. Marcus E., der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen worden war, nutzte die Situation aus und stach Kamal nieder. Marcus E. wurde wegen Mordes zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, Daniel K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haftstrafe, verurteilt. Mittlerweile befindet sich Daniel K., der Sohn eines Leipziger Kriminalbeamten, wieder auf freiem Fuß.

An einem aktiven Gedenken, an diesen rassistisch motivierten Mord, hat sich die Stadt Leipzig lediglich bei der Einweihung des Gedenksteins an Kamal beteiligt. Die Errichtung dessen wurde behördlich eher behindert als aktiv gefördert. Der Initiative von Kamals Familie, Gruppen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass dieser Gedenkstein initiiert werden konnte.

Solch ein Mord aus “niederen Beweggründen”, wie der zuständige Richter diesen in der Urteilsverkündung klassifizierte, geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Klima, dass sich durch rassistische Mobilisierungen immer weiter verschärft.

In Leipzig wurden seit 1990 mindestens zehn Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt – bundesweit gab es seitdem über 200 weitere Morde.

Wir wollen, dass Menschen wie Achmed B. und Kamal K. nicht vergessen werden, Menschen, die nicht ins Weltbild von deutschen Täter*innen passten und deshalb ihr Leben lassen mussten. Niemand ist vergessen, nichts ist vergeben.

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Stilles Gedenken an Achmed B.

Stilles Gedenken am 23. Oktober 2025 um 18 Uhr Karl-Liebknecht / Ecke Schletterstr. Bringt bitte Kerzen und Blumen mit.

Der aus Syrien kommende Asylsuchende Achmed B., 30 Jahre alt, wird am 23. Oktober 1996 von zwei jungen Nazis, Daniel Z. (20) und Norman E. (18), erstochen. Nachdem die Täter stundenlang faschistische und rassistische Parolen grölend durch die Stadt gezogen sind, betreten sie am Abend ein Gemüsegeschäft im Leipziger Süden. Zunächst beschimpfen sie die Verkäuferinnen rassistisch und drängen sie an eine Wand. Als Achmed B. seinen Kolleginnen zur Hilfe kommen will, wird er angegriffen. Nachdem es ihm gelingt, die beiden Angreifer aus dem Geschäft herauszubewegen, sticht einer der beiden auf Achmed B. ein.

Der Mord mit rassistischem Hintergrund wird von Vertreter*innen der Stadt zum Teil verharmlost. So behauptet der damalige Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube: „ein rechtsextremes Potenzial ist mir hier nie begegnet“ und Leipzigs „Ausländerbeauftragter“ Stojan Gugutschkow pflichtet ihm bei: „Es hätte auch irgendeinen Deutschen treffen können“. Z. und E. werden wegen „Mordes aus niedrigen Beweggründen“ angeklagt. Etwa ein Jahr später fällen die Richter des Landgerichts Leipzig das Urteil: Daniel Z. Wird zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt, sein Mittäter Norman E. erhält wegen Beihilfe viereinhalb Jahre Gefängnis. Laut Staatsanwaltschaft gebe es „keine Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund“, stattdessen handle es sich um eine „spontane Tat“.

Erst 15 Jahre nach der Ermordung von Achmed B., wurde die Tat als rassistisch motiviert anerkannt.

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Lesung mit Thomas Billstein “Kein vergessen – Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland nach 1945”

Lesung am 15. Oktober 2025 um 19 Uhr im Conne Island.

Über 300 Menschen wurden nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland durch rechte GewalttäterInnen ermordet. Weit mehr, als von offizieller Stelle anerkannt sind. In Leipzig waren es seit 1990 zehn Todesopfer rechter Gewalt. Eine vollständige Dokumentation dieser Taten fehlte lange Zeit. Entstanden aus dem Twitter-Account »KeinVergessen«, wurde mit dem Buch diese Lücke geschlossen und dafür Sorge getragen, dass die Opfer nicht vergessen werden.

Zu Opfern wurden die ermordeten Menschen – Jüd*innen, People of Color, Sinti*zze und Rom*nja, Punks, Obdachlose, Antifas – einzig und allein aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihrer Religion, ihrer Lebensweise oder ihres politischen Engagements.

Das Buch „Kein Vergessen“ war eine erste Dokumentation bekannt gewordener tödlicher Gewalttaten durch Rechte in Deutschland nach 1945. Jede einzelne Falldarstellung enthält neben der Beschreibung des Tathergangs auch Informationen zur juristischen Strafverfolgung, zur Täterstruktur und zu den Tatmotiven. Ergänzt wird sie jeweils durch ein illustriertes Porträt des Opfers.

Das Buch will nicht nur der Opfer gedenken, sondern auch auf die unvermindert drohende Gefahr durch rechte Gewalt aufmerksam machen. Thomas Billstein erklärt was genau rechte Gewalt ist und wie sie sich von anderen Gewaltverbrechen abgrenzen lässt. Tatmotive wie Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus oder auch Sozialdarwinismus werden erläutert und Statistiken zu Gewaltverbrechen aufgeführt.